Prognosen und Ergebnisse

Die Prognosen sind blau und die Ergebnisse sind gelb unterlegt.

Hinweis:

Die hier aufgeführten Daten spiegeln nur die Verhältnisse in unseren Beobachtungs­gebieten wieder. Dies ist der süddeutsche Raum mit schwerpunktmäßig dem Schwarzwald und dem Schwäbischen Wald.

Prognose 2022

Nach den bisherigen Daten wird 2022 keine weit verbreitete Waldtracht von Fichte und/oder Tanne erwartet (Stand Anfang März).

Prognose 2021

Die Aussichten für eine ergiebige Waldtracht sind nicht gegeben. Lecanien sind nicht in Sicht. Ein Grund dafür sind u.a. die starken Regenfälle im letzten Sommer.

Daher gehen wir von einem schlechten Wald-Honigjahr in 2021 aus. Bitte richten Sie ihre Planungen darauf ein.

Ergebnis 2021

Ein absolutes Fehljahr!
Es wurden keine Lecanien gefunden und schon im Frühjahr fiel die Obst­blütentracht durch Kälte und einzelne Frosttage komplett aus. Danach konnten an einigen, wenigen Plätzen Rinden­läuse beo­bachtet werden. Die weitere Ent­wick­lung reichte aller­dings selbst dort für eine Wald­­­tracht nicht aus. Blatthonig gab es auch nicht. Später, im Juli und August war es schließlich zu kalt und zu nass.

Teilweise sind Völker verhungert, die nicht aus­rei­chend betreut, sich selbst über­lassen wurden. Einen Ertrag brachten nur spätere Blütentracht-Wanderungen, z.B. in den Raps auf der Schwäbischen Alb, oder in’s Rhein­tal (Akazie).

Rückblick auf die letzten 30 Jahre: 1991 bis 2020

Prognose 2020

Die Vorjahres­voraus­setzungen für eine Wald- und Tannen­tracht sind gegeben. Wir hoffen dass der starke Wassermangel noch stärker ausge­glichen wird.

Eine Lecanientracht wird nicht, oder nur an wenigen Stellen auftreten.

Verlauf und Besonder­heiten des Wald­honig­jahres 2020

2020 gab es bei einzelnen Waagen sehr hohe Tageszunahmen von bis zu 9 kg/Tag und Rekord­ergeb­nisse um die 100 kg. Der durchschnittliche Ertrag über alle beteiligten Waagen lag bei 35 kg und damit fast so hoch wie 2017. Allerdings war es damals eine Fichtentracht (Bez. Wald), hauptsächlich von den Lecanien. Diesmal war es dagegen schwer­punkt­­mäßig eine Tannen­tracht. Anfangs trat teilweise auch noch der unbeliebte Melizitose­honig auf, dessen Ernte deutlich auf­wändiger, bis gar un­m­ög­lich ist.
 
Das erste Diagramm zeigt wiederum nur den Tracht­verlauf der Waagen und nicht die Ertrags­­mengen an, das zweite dagegen die Häufigkeit der einzelnen Erträge.

Prognose 2019

Für 2019 wird keine Waldtracht erwartet.

Prognose 2018

Es kann weiter mit einer Lecanien­tracht gerechnet werden. Sie müssen jedoch die Lecanien beobachten, da der Grad der Parasitierung zunehmen wird.

Verlauf und Besonder­heiten der Wald­honig­jahre 2018 und 2019

Im folgenden Diagramm werden 2018 und 2019 verglichen. Zu beachten ist, dass es sich hier um die Trachtverläufe der einzelnen beteiligten Waagen und nicht um die Ertragsmengen handelt. Im Vergleich sieht man deutlich, dass 2018 teilweise ein gutes Tannenhonigjahr war und dagegen 2019 mehr oder weniger ein Fehljahr – Farbe hellgrau = keine Tracht. Zudem fällt auch auf, dass die Frühtracht in 2019 mit der Obstblüte und Löwenzahn fast vollständig ausgefallen ist. Zum Vergleich auch noch weiter unten das Jahr 2017, das eine gute Waldtracht (Farbe blau) gebracht hatte, haupt­sächlich aus der Lecanie.

Der Durchschnitt der Erträge aus der Waldtracht von allen beteiligten Waagen lag 2017 bei 40 kg, 2018 bei 20 kg und 2019 bei nur 8 kg.

Prognose 2017

Es wird erneut mit einem Trachtjahr durch die Lecanien gerechnet.

Verlauf und Besonder­heiten des Wald­honig­jahres 2017

Nach einem durch­wachsenen Frühjahr mit schlechten Blüten­honig­erträgen setzte ab Mai eine ertrag­reiche Lecanien­tracht ein, die bis Ende Juni durch trockenes Wetter anhielt. Die Pilicornis war auch so gut vertreten, wie schon lange nicht mehr. Das wird auf einen lang anhaltenden Kälte­­­rück­­schlag im April zurück geführt. Jedoch konnten wieder einmal keine nennens­­werten Honig­­­tau­­­aus­schei­­­dungen bei der Pilicornis festge­stellt werden. Die Tanne hatte im Winter gute Eiablage­­zahlen. Sie konnte jedoch nicht richtig honigen, da das Wetter im Juli zu regenerisch war. Das setzte ihr stark zu. Eine Tannen­­­tracht war manche­r­orts in Ansätzen nur wenige Tage vorhanden. Sehr selten gab es auch Zement­honig.

Prognose 2016

Die Aussichten für 2016 sind gut – die Lecanien hatten wärend der Ausbreitung im Juli/August trockenes Wetter.
Der November war überdurchnittlich warm und an Feuchte hat es im Herbst 2015 auch nicht gefehlt. Es gab 2015 auch vereinzelt Lecanientrachten im mittleren Schwarzwald.

Verlauf und Besonder­heiten des Wald­honig­jahres 2016

Der Frühsommer war leicht verregnet. Trotzdem gab es gute Waldhonig-Erträge von der Lecanie.
Zementhonig trat eher selten auf, konnte dann aber recht heftig sein.
Im Spätsommer konnten sich die Läuse gut vermehren. An wenigen Standorten gab es noch eine Tannentracht.
 

Prognose 2015

Der November 2014 war überdurch­schnittlich warm das ist gut für die Tanne.

Es werden Primärkolonien der Confinis gefunden aber auch oft Marienkäfer.

Bei den Winterarbeiten ist aufgefallen, dass es letztes Jahr auch Tannenlecanien gab, und an einer Stelle im Mittleren Schwarzwald die Lecanie stark vorhanden war.

Das trockene Frühjahr könnte sich auch als Wachstumsbremse positiv bei den Bäumen und Läusen auswirken.

Also besteht hoffnung auf Waldtracht von der Tanne

Verlauf und Besonder­heiten des Wald­honig­jahres 2015

Im Winter 2014/15 starben überdurch­schnittlich viele Völker.
Die Frühtracht brachte oft gute bis sehr gute Erträge. Die stärksten Völker hatten wenige Tage nach dem Erweitern schon recht viel im Honigraum, wobei schwache Völker nicht richtig hoch kamen. Für die Linde war es 2015 zu trocken.
Ab Ende Mai hat der Wald eingesetzt; mit Fichte und Blatt. Die Pilicornis war oft stark vertreten, aber es gab auch oft viel Blatthonig was örtlich unterschiedlich war.
Es gab offensichtlich keine Anzeichen für eine typische Melizitosetracht mit den typischen starken Zunahmen. Jedoch beim späten Schleudern wurde oft Zementhonig in den Waben vorgefunden. Tannentracht gab es nur wenig und auch nur inselweise.
im Mittleren Schwarzwald gab es wieder punktuell eine Lecanientracht.
Es war ein extrem trockenes und warmes Jahr, ähnlich wie 2003. Jedoch gab es im Winter  genug Bodenfeuchte. Die Varroa machte keine Probleme und war im Allgemeinen recht schwach in der Vermehrung.

Meldungen für 2014

19.5.2014:  Es gibt erste Anzeichen für eine beginnende Waldtracht in den unteren Lagen.

Meldungen: Bienen fliegen Richtung Wald, Honigtautröpfen im Maitrieb werden gesichtet. Die Dauer und Intensität richtet sich nach dem örtlichen Lausbesatz, der vor Ort beobachtet werden muss.

12.5.14:  Erste Läusefunde werden schon gemeldet, die Pilicornis kann in gut besonnten Jungfichten schon vereinzelt im Maitrieb gefunden werden. Normalerweise findet man sie noch im Alten Holz in der Primärkolonie. Es werden auch andere Läuse gefunden, es ist noch nicht sicher ob der Lausbesatz zu einer stabilen Waldtracht ausreicht, ob es zu einem Massenbefall kommt muss örtlich beobachtet werden.
Lecanie wurden bis jetzt noch keine gesichtet.  

15.4.2014 (April):  Wenn es übehaupt zu einer Waldtracht kommt wird sie vermutlich früh beginnen, Liebig sagt ähnlich wie 1976 und 2003 aber eben nicht sicher.
Lecanienfunde wurden mir noch keine gemeldet.
Der März war auf jeden Fall zu warm.
Anfang April wares warm, aber die Prognosen zeigen kühleres regnerrisches Wetter für die 2. Aprilhälfte.

März 2014:  Die Grundvorraussetzung für eine Waldtracht ist dieses Jahr gegeben.
Der November 2013 war etwas wärmer als das langjährige Mittel und der Herbst war sehr nass.++
Der März sollte kalt sein, das wird er wohl nicht werden.

Lecanien wurden noch keine gefunden obwohl der Juli sehrtrocken war, das ermöglicht den Lecanienlarven sich gut zu vermehren.
Dieses Jahr wird vermutlich ein sehr frühes Jahr da treten besonders gerne Trachtlücken auf, somit ist mit genügend Futtervorrat, auch im Sommer, zu planen.

Mögliche Wanderungen: in den Löwenzahn, in den Raps (die Hochlagen), in die Akazie, in die Linde, in den Wald, in die Edelkastanie und in die Tanne

Verlauf und Besonder­heiten des Wald­honig­jahres 2014

Es gab keinen Winter von 2013 auf 2014. Die Überwinterung war sehr gut, es starben sehr wenige Völker. Das Frühjahr war sehr trocken.
Keine Fichtentracht, jedoch in einigen Gebieten im Mittleren Schwarzwald und im Schwäbischen Wald stellenweise eine Tannentracht von der GTL und/oder der Confinis mit sehr guten Ergebnissen von mindestens 40 kg pro Volk und mehr.
Die Frühtracht ist sehr schwach bis komplett ausgefallen.
Die Varroa wurde im kühlen verregneten Sommer 2014 zum Problem. Im Winter 2014/15 starben überdurschittlich viele Völker.
 

Prognose 2013

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Verlauf und Besonder­heiten des Wald­honig­jahres 2013

Es gab eine weitverbreitete Waldtracht mit auch weitverbreitet Zementhonig, an manchen Stellen auch Tanne.
Die Frühtracht ist sehr schwach bis komplett ausgefallen, nur die späte Rapstracht in den Hochlagen hat in wenigen Tage noch einigermaßen Erträge gebracht.
Die Akazie ist gut bis schwach ausgefallen. Der Wassergehalt war erhöht.

Die Edelkastanie hatte eher gute bis sehr gute Erträge. Der Honig ist schön trocken, dunkel und geschmacklich sehr gut.

Prognose 2012

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Verlauf und Besonder­heiten des Wald­honig­jahres 2012

Es gab keine Waldtracht in 2012.
Die Frühtracht ist sehr schwach ausgefallen.
Nur die späte Rapstracht hat gute bis sehr gute Ertäge gebracht.
Die Akazie ist teilweise erfroren und ausgefallen.
Der Edelkastanienhonig wurde sehr hell und der Geschmak ist nicht so kräftig wie sonst.

Prognose 2011

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Verlauf und Besonder­heiten des Wald­honig­jahres 2011

Der Frühling 2011 war extrem warm und trocken was sehr früh und viel Blütenhonig bescherte.
Durch den optimalen Witterungsverlauf im November 2010 entwickelten sich die Läuse auf der Tanne gut. Im Südschwarzwald honigte die Grüne Tannenhoniglaus gut. Es war auch weit verbreitet die Schwarzbraune auf der Tanne zu finden. Der Honig dieser Laus schimmert rötlich und ist geleeartig. Die Pilicornis jedoch war schwach und hat sich schlecht entwickelt.
Vielerorts, im Nordschwarzwald und Schwäbischen Wald,  gab es auch viel Zementhonig (Schwarze Fichtenrindenlaus, die innen im Baum und am Stamm sitzt). Dieser war nicht mehr schleuderbar, nachdem bei schlechterer Witterung die Bienen sich auf diese Tracht eingeflogen hatten. Schnelles Abwandern ist in solch einem Fall die bessere Lösung, auch wenn die Zunahmen beeindruckend hoch sind.
 

Prognose 2010

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Ergebnis 2010

Dieses Jahr brachte im Mittel ein Waldtracht­ergebnis von 28 kg. Das beste Ergebnis lag bei 75 kg.

Prognosen 2007, 2008 und 2009

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Die Jahre 2007, 2008 und 2009 brachten keine nennens­werten Waldtrachten

Prognose 2006

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Verlauf und Besonder­heiten des Wald­honig­jahres 2006

Das vergangene Jahr war das vierte Waldhonigjahr in Folge (Abb. 1). Seit 1987 beteilt sich an stetig ansteigende Anzahl von Waldtrachtimkern an der systematischen Beobachtung der Honigtautracht. Anfangs stand das Auftreten der bienenwirtschaftlich wichtigen Honigtauerzeuger auf Fichte und Tanne im Zentrum ihres Interesses, in neuerer Zeit liegt der Schwerpunkt auf der Erfassung des Trachtverlaufs mit selbst meldenden elektronischen Stockwaagen, von denen in 2006 in Baden-Württemberg 105 im Einsatz waren. 
Die mit Abstand wichtigsten Waldbäume für eine Honigtautracht sind Fichte und Tanne, obwohl auf den anderen Baumarten auch Blatt-, Nadel-, Rinden- und Schildläuse leben, die allerdings selten derart in Massen auftreten, dass sie eine Waldtracht verursachen. Das Jahr 2006 hat gezeigt, dass diese Ausnahmen durchaus möglich sind und gleichzeitig eine Regel bestätigt, die im Zuge der inzwischen 30jährigen Hohenheimer Waldtrachtbeobachtung entstanden ist: „Ein lausiges Frühjahr bringt einen verlausten Sommer“. Während der von Mitte Mai bis Anfang Juni ungewöhnlich lang anhaltenden Kälteperiode, in der den pünktlich aufgetretenen „Eisheiligen“ übergangslos eine verfrühte und überlange „Schafskälte“ folgte, hatten sich Blattläuse auf Laubbäumen wie Ahorn, Eiche, Eberesche, Hasel, Linde und Weide, nicht nur im Wald, sondern auch in Parks, Gärten und Alleen sowie an Bach- und Flussläufen in Massen vermehrt. Sie sonderten ab Anfang Juni, als sommerlich warmes Wetter für gute Assimilationsbedingungen sorgte, viel Honigtau ab, der sich auf Blättern, im Unterwuchs, auf parkenden Autos und auf dem Asphalt von Straßen und Gehwegen ansammelte, dort aber auch tagsüber sehr rasch antrocknete. Nur in den frühen Morgenstunden und abends war er feucht genug, dass er von den Bienen aufgenommen werden konnte. Während dieses Honigtaueintrages wurde auch die Anfang Juni zu Ende gehende Akazienblüte und die Mitte Juni beginnende Lindenblüte von den Bienen genutzt. Das Gesamtergebnis ist eine würzig schmeckende Mischung aus hellem Blüten- und dunklem Honigtauhonig. In Waldgebieten wurde sie ergänzt oder auch bestimmt durch Nektar von Himbeere und Brombeere sowie durch Honigtau von der Fichte; denn das lausige Wetter hatte erwartungsgemäß auch die Vermehrung der Fichtenrindenläuse begünstigt und außerdem noch einen synchronisierenden Effekt. Normalerweise sind die Geflügelten der Rotbraunen Bepuderten Fichtenrindenlaus als erste unterwegs. Ihnen folgen die anderen Rindenlausarten, als letzte der „Zementhonigerzeuger“, die Große Schwarze Fichtenrindenlaus. Die Kaltwetterperiode führte zu einem „Geflügeltenstau“, so dass bei Eintritt der sommerlichen Witterung gegen Mitte Juni der Ausbreitungsflug aller Arten einsetzte, der für eine Besiedlung vorher nicht befallener Zweige und Bäume und für das Einsetzen der Honigtautracht sorgte. Zwar trat in der Folge keine der fünf bienenwirtschaftlich wichtigen Fichtenrindenlausarten in so hoher Populationsdichte auf, dass sie allein die Fichtentracht hätte verursachen können, doch gemeinsam und zusammen mit dem „Blatthonig“ und den Blütentrachten sorgten sie in fast allen Waldregionen Baden-Württembergs für gute bis sehr gute Waagstockzunahmen von täglich 2-4 kg (Abb.2). Im Laufe des Sommers nahm der Honigtauanteil, zuerst von der Fichte, dann von der Tanne in dem Maße zu wie die verschiedenen Blütentrachten zur Neige gingen. Doch gerade im traditionellen Waldtrachtgebiet Schwarzwald ist seit „Lothar“ an vielen Standorten eine von Juni bis September dauernde Blütentracht möglich (Abb. 3).

Jede Tracht hat ein Ende

Jede Tracht ist zeitlich begrenzt, so auch eine Honigtautracht. Allerdings muss sie nicht unbedingt zeitgleich mit dem Schrumpfen der Lauspopulationen enden. Bei anhaltender Trockenheit kann es nach dem Verschwinden der Läuse noch tagelang honigen. Die bei einem Massenbefall angefallenen Honigtaumengen werden häufig von den Bienen nicht sofort und auch nicht jederzeit gesammelt. Wenn es tagsüber sonnig und warm ist trocknet der Honigtau an und kristallisiert aus, sodass er nur bei hoher Luftfeuchte, in den frühen Morgenstunden oder gegen Abend, von den Bienen aufgenommen werden kann. Erst ein heftiger Regen beseitigt durch Abspülen den Honigtausegen. Wie rasch kommt man dann zu dem Fehlurteil, dass der Regen, im Sommer häufig mit Gewitter und Hagel verbunden, die Lauspopulationen vernichtet hat.
Der Zusammenbruch der Lauspopulationen ist in erster Linie auf ein Absinken des Nährwertes ihrer Nahrung, des Siebröhren- oder Phloemsaftes zurückzuführen. Sobald der Austrieb der Bäume zu Ende ist, wird das Phloem ausschließlich für den Abtransport der tagsüber von den Nadeln und Blättern produzierten Zucker benötigt. Von Zucker (und Wasser) allein kann keine Laus auf Dauer leben geschweige sich vermehren. Die Läuse scheiden den Zucker als Honigtau aus und sterben. Eine Betreuung durch Ameisen kann daran nichts ändern. An dem Zusammenbruch der Lauspopulationen sind besonders nach einer Waldtracht auch Feinde beteiligt wie räuberische Fliegen, Marienkäfer und Schlupfwespen. Die Faltenwespen, die wie Ameisen und Bienen vom Honigtau leben, zählen nicht dazu.  

Besonderheit Tanne

Im Unterschied zur Fichte kann es auf der Tanne zu einer Spätvermehrung der Rindenläuse, insbesondere der Grünen Tannenhoniglaus kommen, die bei einem Massenbefall zu einer Tannentracht im August oder September führt. Eine solche Spättracht trat im Schwarzwald besonders häufig in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts auf und im 21. Jahrhundert nach jahrzehntelanger Pause das erste Mal in 2004, als im August/September die Stockwaagen fast überall im Schwarzwald registrierten: „Die Tanne honigt!“ Allerdings war diese Tannentracht nur auf dem Höhenrücken zwischen den Tälern von Nagold und Enz so ergiebig, dass sich eine Aufwanderung lohnte. Im Durchschnitt wurden dort etwa 20 kg Tannenhonig pro Volk geerntet.
In 2006 hat es wiederum eine Spätvermehrung der Grünen Tannenhoniglaus gegeben. Sie ist ein Hinweis dafür, dass ihr ökologisch empfindlicher Wirtsbaum „leidet“. In 2003 hatten der  Tanne Trockenheit und Hitze zugesetzt, in 2006 geriet sie durch die starke Zapfenbildung und die Trockenheit im Juli erneut in „Stress“, was die Anfälligkeit für Lausbefall auch nach dem Austrieb erhöht. Besonders im Mittleren Schwarzwald hat die Tanne vielerorts bis in den Herbst hinein gehonigt. Sie wurde auch bis in den Oktober von Bienen beflogen. Das hat die Vorbereitung der Völker auf den Winter sehr erschwert. Hoffentlich wird der Winter nicht so hart wie sein Vorgänger.
Aufgrund des äußerst milden Herbstes 2006 wäre es keine Überraschung, wenn es auch 2007 Waldhonig gibt.

Ich danke den Lausbeobachter für ihre Mitarbeit. 
Dr. Gerhard Liebig
Hinweis: Die im Text erwähnten Abbildungen sind leider nicht mehr vorhanden.